Die ersten Tage im neuen Zuhause: So gelingt die perfekte Eingewöhnung Ihres Labrador-Welpen
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Der Tag der Tage ist gekommen: Endlich dürfen Sie Ihren kleinen Labrador-Welpen beim Züchter abholen und in sein neues Leben begleiten. Dieser Moment ist voller Magie, bedeutet für das Hundekind jedoch auch eine riesige Umstellung. Von einer Sekunde auf die andere verliert der Welpe seine vertraute Mutter, die verspielten Geschwister und die gewohnte Umgebung. Alles riecht neu, alles klingt anders.
Damit der Start im neuen Heim absolut stressfrei verläuft und die Bindung zu Ihnen von Anfang an gefestigt wird, braucht es eine gute Vorbereitung. Ein labrador-sicheres Haus und ein strukturierter Ablauf in den ersten Tagen legen das Fundament für ein harmonisches Zusammenleben. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die Eingewöhnung fehlerfrei meistern.
Schritt 1: Das Haus labrador-sicher machen – Gefahrenquellen eliminieren
Bevor der Welpe auch nur eine Pfote über Ihre Türschwelle setzt, müssen Sie Ihre eigenen vier Wände aus der Perspektive des Hundes betrachten. Labradore sind von Natur aus extrem neugierig, mutig und kauen leidenschaftlich gern auf Gegenständen herum – besonders während des Zahnwechsels. Ein Welpe weiß noch nicht, was gefährlich für ihn ist.
Die wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen im Innenbereich
- Kabel und Steckdosen sichern: Frei liegende Kabel von Lampen, Fernsehern oder Computern wirken auf Welpen wie perfekte Kauspielzeuge. Verlegen Sie Kabel in Kabelkanäle oder hinter Möbel und sichern Sie bodennahe Steckdosen mit einer Kindersicherung.
- Giftige Zimmerpflanzen entfernen: Viele beliebte Zimmerpflanzen (z. B. Ficus, Monstera, Efeu oder Weihnachtssterne) sind für Hunde hochgradig giftig. Platzieren Sie diese absolut außerhalb der Reichweite des Welpen.
- Putztmittel und Medikamente wegschließen: Unterschätzen Sie niemals die Kletter- und Erkundungsfreude eines Labradors. Schränke im Bodenbereich, in denen Reinigungsmittel, Spültabs oder Medikamente gelagert werden, müssen mit einer Kindersicherung versehen werden.
- Kleinteile und Dekoration wegräumen: Kinderspielzeug (wie Legosteine), Socken, Haargummis oder Münzen werden vom Labrador oft im dynamics des Spiels verschluckt. Dies kann zu lebensgefährlichen Darmverschlüssen führen, die nur durch eine teure Operation im Rahmen der Hundekrankenversicherung behoben werden können.
- Treppen absichern: Da das Treppensteigen im ersten Lebensjahr pures Gift für die Gelenke des Labradors ist (Gefahr von HD und ED), sollten Sie Treppenauf- und -abgänge konsequent mit einem stabilen Welpenschutzgitter (Kindergitter) absichern.
Den Garten ausbruchs- und giftfrei gestalten
Falls Sie das Glück haben, einen Garten zu besitzen, gilt auch hier erhöhte Wachsamkeit:
- Zaunkontrolle: Kontrollieren Sie den Zaun lückenlos auf Schlupflöcher oder morsche Stellen. Ein Labrador-Welpe ist erstaunlich agil, wenn er auf Entdeckungstour geht.
- Pflanzencheck: Dünger, Schneckenkorn oder giftige Gartenpflanzen (wie Eibe, Oleander oder Thuja) dürfen für den Hund nicht zugänglich sein.
- Regentonnen und Pools abdecken: Offene Wasserquellen im Garten können für einen ungeschickten Welpen zur tödlichen Falle werden. Sichern Sie diese gründlich ab.
Schritt 2: Die Ankunft und die allerersten Stunden
Die Fahrt vom Züchter in das neue Zuhause sollte so ruhig wie möglich gestaltet werden. Am besten sitzt eine Bezugsperson auf der Rückbank und hält den Welpen in einer Transportbox oder gesichert auf dem Schoß, um ihm durch Körperkontakt Sicherheit zu geben.
Das erste Ankommen: Ruhe statt Party
Wenn Sie zu Hause ankommen, gilt die goldene Regel: Bringen Sie den Welpen zuerst an seinen zukünftigen Löseplatz (z. B. auf ein Stück Rasen im Garten oder vor dem Haus). Wenn er sich dort gelöst hat, loben Sie ihn überschwänglich. Erst danach betritt der kleine Labrador zum ersten Mal die Wohnung.
- Kein Begrüßungskomitee: Laden Sie am Tag der Ankunft keine Freunde, Nachbarn oder die Großfamilie ein. Der Welpe ist durch die Trennung und die Fahrt bereits gestresst genug. Die ersten Stunden gehören exakt der Kernfamilie.
- Erkundung im eigenen Tempo: Lassen Sie den Welpen die Räume im Haus in aller Ruhe erschnüffeln. Folgen Sie ihm unaufgeregt und greifen Sie nur ein, wenn er etwas Gefährliches ansteuert.
- Der erste Futternapf: Bieten Sie dem Welpen nach der ersten Erkundungstour eine kleine Portion des gewohnten Futters an, das Sie vom Züchter mitbekommen haben. Ein plötzlicher Futterwechsel in Kombination mit dem Umzugsstress führt fast immer zu Durchfall.
Schritt 3: Die Einrichtung der Ruhezone
Labrador-Welpen sind extrem menschenbezogen und wollen am liebsten rund um die Uhr mitten im Geschehen sein. Dennoch benötigt ein Welpe unvorstellbare 18 bis 20 Stunden Schlaf und Ruhe am Tag, um die vielen neuen Eindrücke zu verarbeiten.
Der perfekte Platz für das Hundebett
Platzieren Sie das Welpenbett oder eine gemütliche Kuschelecke an einem Ort, der dem Hund Schutz bietet, von dem aus er seine Familie aber dennoch im Blick hat.
- Ungeeignet: Der direkte Flur oder die Küche. Hier herrscht zu viel Durchgangsverkehr, und der Welpe wird bei jeder Bewegung der Familienmitglieder wieder wach.
- Ideal: Eine ruhige Ecke im Wohnzimmer, geschützt vor Zugluft und direkter Sonneneinstrahlung.
- Ein Stück Heimat: Legen Sie die Schmusedecke oder das Spielzeug in das Bett, das Sie vom Züchter mitbekommen haben. Der vertraute Geruch der Mutter spendet dem Welpen in den ersten Tagen enormen Trost.
Schritt 4: Die erste Nacht überstehen
Die erste Nacht im neuen Zuhause ist für die meisten Welpen die schwerste. Es ist dunkel, still, und die wärmenden Geschwister fehlen. Es ist völlig normal, wenn der kleine Labrador in den ersten Nächten jammert, fiept oder weint.
Wo sollte der Welpe in der Nacht schlafen?
Lassen Sie den Welpen in den ersten Wochen niemals isoliert in einem anderen Raum oder im Erdgeschoss schlafen, während Sie im Obergeschoss im Schlafzimmer liegen. Die Verlustangst des Rudeltieres Hund wäre in dieser Situation massiv.
- Die Box neben dem Bett: Stellen Sie eine gemütliche Transportbox oder einen hohen Welpenauslauf direkt neben Ihr Bett. Wenn der Welpe nachts unruhig wird, können Sie einfach Ihre Hand hineinstrecken. Das beruhigt das Tier sofort.
- Der biologische Vorteil: Hunde beschmutzen ungern ihr eigenes Lager. Wenn der Welpe nachts wach wird, weil seine Blase drückt, wird er in der Box unruhig oder fiept. Das ist Ihr Signal: Sofort den Welpen schnappen, auf den Arm nehmen (so wird kein Urin unterwegs verloren) und nach draußen zum Löseplatz tragen.
Schritt 5: Struktur und Routine ab Tag zwei
Hunde lieben Rituale. Feste Abläufe geben dem Labrador-Welpen Sicherheit und Orientierung im Alltag. Beginnen Sie daher ab dem zweiten Tag mit einer klaren Struktur.
Fütterung und Stubenreinheit trainieren
- Feste Fütterungszeiten: Füttern Sie den Welpen drei- bis viermal täglich zu den gleichen Uhrzeiten. Das reguliert die Verdauung und macht die Stubenreinheit planbar.
- Das Timing beim Gassigehen: Ein Welpe muss sich im Grunde immer nach folgenden drei Ereignissen lösen: Nach dem Schlafen, nach dem Fressen und nach einem intensiven Spiel. Gehen Sie in diesen Momenten sofort mit ihm nach draußen.
- Verständnis bei Missgeschicken: Passiert in der Wohnung doch einmal ein Malheur, schimpfen Sie nicht und bestrafen Sie den Hund niemals nachträglich. Wischen Sie die Stelle wortlos mit einem enzymatischen Reiniger sauber. Der Welpe lernt die Stubenreinheit nur über positives Bestärken draußen, nicht über Strafe drinnen.
Fazit: Mit Liebe, Geduld und Struktur zum Traumhund
Die ersten Tage mit einem Labrador-Welpen sind wunderschön, aber zweifellos auch anstrengend. Es erfordert Geduld, wenn die Nachtruhe unterbrochen wird oder der kleine Vierbeiner versucht, an den Stuhlbeinen zu knabbern. Bleiben Sie konsequent, aber stets liebevoll. Je ruhiger und souveräner Sie sich in dieser ersten Phase verhalten, desto schneller wird Ihr Labrador Vertrauen fassen und sich zu dem unkomplizierten, nervenstarken Familienhund entwickeln, den Sie sich wünschen.

